Stürmisches und aufregendes ADAC GT4 Germany Wochenende für W&S Motorsport in Hockenheim

SpaceDrive Porsche in Hockenheim

Stürmisches und aufregendes ADAC GT4 Germany Wochenende für W&S Motorsport in Hockenheim

25. Oktober 2021

Ofterdingen/Hockenheim: Im Rahmen des ADAC GT Masters gastierte die ADAC GT4 Germany am 23. und 24. Oktober 2021 für zwei Rennen auf dem traditionsreichen Hockenheimring im Norden Badens. Ein Rekordfeld von über 30 GT4 Rennwagen und acht Marken trat an, W&S Motorsport startete mit dem Space Drive Porsche 718 Cayman GT4 #30, besetzt mit Fabian Vettel und Lukas Schreier, und dem kurzfristig eingesetzten Mercedes-AMG GT4 #31, den sich Luca Arnold und Marvin Dienst teilten. Der Space Drive Cayman schaffte am Sonntag mit dem vierten Gesamtrang seine bisher beste Platzierung in der ADAC GT4 Germany.

Kurzfristiger Fahrerwechsel an der Seite von Vettel und Ersatzfahrzeug für Arnold und Dienst

W&S Motorsport reiste bereits frühzeitig und hoch motiviert an den Hockenheimring, um am Donnerstag vor dem Rennwochenende ausgiebig zu testen. Beide Cayman waren schon sehr schnell und es versprach, ein erfolgreiches Wochenende zu werden. Doch kurz vor Ende der Testsession verunfallte Luca Arnold im Porsche 718 Cayman GT4 #31, mit dem das Duo ursprünglich antreten wollte. Dank der Unterstützung von Schütz Motorsport wurde bis zum Folgetag und den ersten freien Trainings ein Mercedes-AMG GT4 als Ersatzwagen fertig. Auch das Fahrerkarussell drehte sich nochmals, da der ursprünglich geplante Pilot an der Seite von Fabian Vettel nicht starten konnte, reiste Lukas Schreier an, um den Bruder des vierfachen Formel 1 Champions zu unterstützen.

Das Steer-by-Wire System von Schaeffler Paravan, welches ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Lenkgetriebe auskommt, war für Vettel keine Unbekannte. Der Heppenheimer konnte 2020 die innovative Technik bereits in einem Porsche 911 GT3 R kennenlernen. Schreier hingegen hatte bis dahin noch keine Erfahrung mit Space Drive, fühlte sich aber auf Anhieb wohl und lieferte am Sonntag einen ambitionierten Schlusssprint in Richtung Podium.

Teamchef Daniel Schellhaas vor dem Wochenende: „Es war schon jetzt sehr stürmisch in jeder Hinsicht. Das Wetter und entsprechender Wind machten erste Tests unmöglich und so manches Teamzelt im Fahrerlager sich selbstständig. Hinzu kam der unerwartete Umstand, in letzter Minute noch einen guten Ersatzfahrer zu finden, aber mit Lukas hatten wir wirklich großes Glück zur Teamverstärkung. Der Umstieg auf den AMG GT4 war ebenfalls nicht leicht, da weder das Team noch Luca Arnold das Auto kannten. Da war die Erfahrung von Marvin natürlich sehr wertvoll.“

Solider Samstag mit beiden Fahrzeugen

Den Umständen geschuldet waren die Qualifyingresultate noch nicht zufriedenstellend. Schreier und Vettel mussten sich erst auf den Cayman GT4 einspielen. Gleiches galt für Dienst und Arnold mit dem AMG GT4. So sollte es für den Space Drive Cayman #30 von der zehnten Position aus ins erste Rennen gehen. Die Startnummer #31 reihte sich auf dem 24. Platz im Grid ein. Das einstündige Rennen verlief lebhaft und im hochkarätigen Feld gab es zahlreiche Positionswechsel. Eine längere Safety-Car-Phase ließ so manche Taktikplanung scheitern. Letztendlich wurden Vettel/Schreier in der #30 auf dem 14. Platz und Arnold/Dienst in der #31 auf dem 15. Rang abgewinkt und erzielten somit ein solides Resultat im Mittelfeld.

Schreier und Vettel verpassten das Podium beim Sonntagsrennen nur knapp

Fabian Vettel ging beim zweiten Rennen im Space Drive Cayman von dem zwölften Rang aus an den Start. Der AMG GT4 #31 mit Marvin Dienst als Startpilot nahm den Sprint vom 16. Rang aus auf. Während sich Vettel in den Zweikämpfen behaupten konnte, war für Dienst das Rennen noch vor der Halbzeit vorbei, als er in der Sachs-Kurve am Heck getroffen wurde, sich ins Kiesbett drehte und den beschädigten Mercedes-AMG GT4 abstellen musste. Die #30 übernahm zur zweiten Hälfte Lukas Schreier, und er zeigte sein ganzes Können im Space-Drive-Cockpit, machte sukzessive Plätze gut und kreuzte auf dem vierten Platz die Ziellinie.

Stimmen nach den Rennen

Klaus Graf, Mitglied der Geschäftsleitung und Head of Testing der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Wochenende am Hockenheimring. Am Sonntag wäre uns fast der Sprung aufs Podium geglückt und die Konkurrenz war hart! Die Ergebnisse der letzten zwei Rennwochenenden zeigen deutlich, dass die Entwicklung am Lenksystem Space Drive in diesem Jahr sehr erfolgreich war. Wir konnten die gewonnenen Erkenntnisse auch im GT4 Bereich optimal auf die Rennstrecke bringen und das mit einer völlig neuen Fahrerpaarung. Vielen Dank an Fabian Vettel und Lukas Schreier.“

Fabian Vettel, Pilot des Space Drive Cayman #30: „Unterm Strich können wir sehr zufrieden mit dem Wochenende sein. Sowohl für Lukas als auch für mich war der Cayman GT4 Neuland, entsprechend brauchten wir etwas Zeit, um das Auto und die Strecke kennenzulernen, was uns anscheinend auch gut gelang. In den Top 10 geht es verdammt eng zu und diese zu knacken ist sehr schwer, doch genau das ist ja der Reiz der attraktiven Serie. Nachdem wir am Samstag noch verhalten an die Sache gegangen waren lief es am Sonntag sehr gut, natürlich wäre der Schritt aufs Podest noch schöner gewesen, aber ich bin zufrieden. Mit dem Space Drive kam ich super klar. Die Entwicklung hat innerhalb eines Jahres nochmals einen riesigen Sprung gemacht, ein Unterschied zur konventionellen Lenkung war nahezu nicht mehr spürbar.“

Lukas Schreier, Pilot des Space Drive Cayman #30: „Die Änderungen im Set-up nach dem Samstag hatten super funktioniert und so konnten wir heute dann deutlich nach vorne kommen. Fabian hat in der ersten Rennhälfte mit Bedacht die Reifen geschont und die Position gehalten, so konnte ich zum Schluss hin voll auf Angriff gehen, das Auto von W&S Motorsport ging mega gut! Ich war sehr gespannt auf das Steer-by-Wire und sehr positiv überrascht. Nach kurzer Eingewöhnung in den Tests merkte ich im Rennen überhaupt nicht, dass es eine neue Technik ohne Lenksäule ist. Das Auto folgte meinen Steuerbewegungen und gab Rückmeldung, wie ich es gewohnt bin, und langsamer waren wir ja auch nicht. Es hat wirklich Spaß gemacht.“

Luca Arnold, Pilot Mercedes-AMG GT4 #31: „Der Umstieg auf den Mercedes war nicht einfach, aber mit Hilfe von Marvin und seiner Erfahrung kam ich mit dem Auto zurecht. Leider passte die BoP für den Wagen nicht ganz und wir kämpften mit stumpfen Waffen. Schlussendlich holten wir am Samstag das Bestmögliche heraus. Am Sonntag kam ich nach dem Unfall dann leider überhaupt nicht mehr ins Cockpit. Die Crew von W&S Motorsport hat einen tollen Job gemacht und sich super auf die neue Marke eingestellt, danke für die wertvolle Erfahrung in einer für mich neuen und starken Rennserie.“

Marvin Dienst, Pilot Mercedes-AMG GT4 #31: „Nachdem Luca seine Saison im GTC Race mit mir erfolgreich abschließen konnte, gingen wir zuversichtlich in das Wochenende. Der Markenwechsel ist immer schwerer und war schon eine Challenge. Ich denke, Luka hat eine starke Entwicklung übers Jahr gezeigt und sich auch in der hart umkämpften GT4 Germany sehr gut behauptet und sein großes Talent demonstriert. Bis zum Unfall am Sonntag machte es sehr viel Spaß und wir wurden wieder bestens betreut, damit schließe ich das Wochenende positiv ab.“

Daniel Schellhaas, Teamchef W&S Motorsport: „Rückblickend haben wir zusammen das Wochenende solide gemeistert und mit einem vierten Rang erneut gezeigt, wie stark wir sind und wie gut das Space Drive sich im Wettbewerb schlägt. Für Luca Arnold tat es mir leid, dass er beim zweiten Rennen nicht mehr zum Fahren kam, aber Rückschläge gehören dazu, damit müssen wir leben. Wir blicken nun auf das Finale am Nürburgring nach vorne und werden sehen, was wir dort erreichen werden.“

Das ADAC GT4 Germany Finale auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings wird vom 5. bis 7. November 2021 ausgetragen. Es werden wieder über 30 GT4 Boliden erwartet und das berüchtigte Eifelwetter wird im Spätherbst möglicherweise die Karten immer wieder neu mischen. W&S Motorsport plant erneut mit zwei Fahrzeugen und starker Besatzung in die Eifel zu reisen, um die Saison 2021 abzuschließen.

Bericht und Bilder: BOTSCHAFT.digital, Lutz Rodrigues Do Nascimento